Zielrentensysteme mit Garantieverzicht als Lösungsansatz für die deutsche bAV

  • Risikoteilung und Verzicht auf garantierte Leistungszusagen
  • Dr. Marco Arteaga, bAV-Gutachter der Bundesregierung: „Ein Verzicht auf Garantien muss keineswegs mit einem Verzicht auf Sicherheit einhergehen“
  • Prof. Dr. Oskar Goecke, Technische Hochschule Köln: „Wesentlich ertragreichere Kapitalanlagen möglich“
  • Heribert Karch, Geschäftsführer MetallRente und Vorsitzender aba: „DA-Systeme definieren einen neuen Randpunkt bei der Übertragung von Risiken“

Die Pensions-Akademie e.V., eine Denkfabrik und Plattform der betrieblichen Altersversorgung (bAV), sieht die aus Großbritannien stammenden Defined-Ambition-Modelle (DA) als wertvolle Ergänzung für die bAV in Deutschland. Diese Zielrentensysteme auf Basis des eingezahlten Kapitals verzichten auf garantierte Leistungszusagen, wie sie in Deutschland noch vorherrschen, und bewirken eine Risikoteilung unter den Arbeitnehmern. Zu diesem Schluss kamen auch die Teilnehmer der Fachtagung „Defined Ambition – Zielrentensysteme für Deutschland?“, zu der am 29. September 2016 die Pensions-Akademie zusammen mit dem deutschen Fondsverband BVI und der Provadis Hochschule in Frankfurt geladen hatte. Die anwesenden bAV-Experten waren sich einig, „Defined Ambition“ könne zentrale Probleme der bAV in Deutschland lösen, aus der Perspektive der Kapitalanlage ein besonders interessanter Ansatz sein sowie eine attraktive Ergänzung zum bestehenden System hierzulande darstellen. Allerdings würde Deutschland noch ganz am Anfang dieser Entwicklung stehen.

So kritisierte Dr. Marco Arteaga, Partner der Rechtsanwaltskanzlei DLA Piper und bAV-Gutachter für die Bundesregierung, die geplanten Modifikationen bei den Förderregelungen, da diese nicht zu der angestrebten Verbreitung der bAV beitragen würden. Gleichzeitig sprach sich Arteaga klar für das Konzept der Defined Ambition als neuen Ansatz der Vorsorge aus und verwies auf Berechnungen von Prof. Dr. Oskar Goecke, stellvertretender Direktor des Instituts für Versicherungswesen an der Technischen Hochschule Köln. Diese würden eindeutig zeigen, dass ein Verzicht auf Garantien keineswegs mit einem Verzicht auf Sicherheit einhergehen muss. Vielmehr würden die Risiken zwischen den Versicherten geteilt und die Ertragschancen viel höher ausfallen als bei Anlageformen mit Garantie. Prof. Dr. Goecke ergänzte, dass das Konzept am deutschen Kapitalmarkt durchgehend bessere Ergebnisse erzielt hätte als vermeintlich risikoärmere Investments. Seiner Ansicht nach führt die Risikoteilung bei kollektiven Sparprozessen in Kombination mit dem Verzicht auf Kapitalgarantien dadurch zu deutlich höheren Altersrenten.

Auch Heribert Karch, Geschäftsführer des Versorgungswerks MetallRente und Vorsitzender des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung aba, setzt auf DA-Systeme. Diese erweitern die bAV und definieren einen neuen Randpunkt bei der Übertragung von Risiken, kommentierte er auf der Fachtagung.

Allerdings kommt ein Anlagemodell ohne jede Absicherung der Begünstigten für die Gewerkschaften nicht in Frage, so Michael Mostert, Leiter Tarifpolitik bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Mostert setzt sich für eine Form von Garantie ein, die nicht in die Kapitalanlage eingreift. Zudem sollten Tarifparteien als „Torwächter“ für die neuen Modelle fungieren.

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